Wie unerträglich ist die Arbeitswelt?

Der Gallup Report misst jedes Jahr den Zustand des globalen Arbeitsplatzes. 

Die Ergebnisse aus der diesjährigen Studie zeigen deutlich: Nach wie vor wird Arbeit als Stress wahrgenommen, um das "Leben fürs Wochenende" zu ermöglichen - dies nicht nur weltweit sondern auch bei uns in der Schweiz. 

Globales Engagement und Wohlbefinden bleiben stabil, aber nicht grossartig.

Engagement und Wohlbefinden interagieren miteinander. Wie Menschen Arbeit erleben, beeinflusst ihr Leben ausserhalb des Jobs und das allgemeine Wohlbefinden das Leben bei der Arbeit. 

Deshalb erschrecken des Gallup Reports 2022: 

Vor der Pandemie stiegen Engagement und Wohlbefinden weltweit fast ein Jahrzehnt lang. Nun stagnieren sie. 

"Leben fürs Wochenende", "Arbeit ist nur ein Gehaltsscheck." Dies sind die Mantras der meisten globalen Arbeitnehmer. 

  • Nur 21 % der Mitarbeitenden engagieren sich bei der Arbeit. 
  • 33% der Mitarbeitenden blühen in ihrem allgemeinen Wohlbefinden auf.
  • Die meisten Befragten geben an, dass sie ihre Arbeit als nicht sinnvoll empfinden, nicht glauben, dass ihr Leben gut läuft und sie keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben. 

Besorgte und gestresste Schweizer*innen

Auch für die Schweiz gibt es keine guten Noten: 

  • 21% der Mitarbeiter*innen machen sich täglich Sorgen. 
  • 41% fühlen sich täglich gestresst, was wiederum zu geringem Engagement führt. 
  • Gerade mal 11% der Befragten gaben an, über grosse Einsatzfreude zu verfügen. 

Ursachen liegen beim Chef

Als häufigster Grund geben die Befragten eine als unfair empfundene Behandlung am Arbeitsplatz an, bspw. unüberschaubares Arbeitspensum, unklare Kommunikation von Vorgesetzten, mangelnde Unterstützung durch die Vorgesetzten und unangemessener Zeitdruck. 

Diese Ursachen haben eines gemeinsam: den Chef. 

Damit spielen die Führungspersonen die Schlüsselrolle für Wohlbefinden und Engagement von Mitarbeitenden. Dort haben Unternehmen also die grösste Hebelwirkung: Manager müssen kompetentere Zuhörer werden, Zusammenarbeit fördern, ihre Kolleg*innen dabei helfen zu wachsen und zu lernen und gute Arbeit wertschätzen. 

Dass Führungspersonen einen solch grossen Einfluss auf das Engagement und Wohlbefinden der Mitarbeitenden hat, mag kaum erstaunen. Einmal mehr ist dies aber Grund dafür Führungsgrundsätze und -werte zu hinterfragen. 

Überhaupt verdeutlicht der Report, wie viel wirkungsvoller es ist bei der Führung anzusetzen - und vielleicht ganz grundlegend solche Führungsmodelle mit einer alleinigen Person an der Spitze zu hinterfragen.

Lena Schwerzmann

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